Handball: Saisonabschluss der weiblichen D-Jugend beim Quirinus Cup in Neuss

Zum Abschluss der Saison 2015/16 nahmen wir am Quirinus-Cup in Neuss teil. Dieses Jugend-Handball-Turnier ist seit 1984 eines der grössten in Europa mit insgesamt über 200 Mannschaften aus 16 Nationen und insgesamt ungefähr 3000 Aktiven. Gespielt wurde in 16 Sporthallen. Wie das Turnier verlief, könnt ihr in folgendem Text weiterlesen:

Unsere Vorrundengruppe 3 spielte in Neuss-Norf bestand aus dem Gastgeber TSV Norf, HSV Magdeburg, Handbalschool Brabant (Niederlande), ZRK Dubica (Bosnien-Herzegovina) und uns. Die Spielzeit betrug 2 x 12,5 Minuten. Das Auftaktmatch durften wir am Freitagabend gegen TSV Norf bestreiten. Wie sich herausstellte, benötigten wir auch dieses Spiel um in das Turnier hineinzufinden. Der leichteste Gruppengegner wurde mit 14:1 souverän bezwungen. Trotz einiger Fehlwürfe und technischer Fehler war es ein gelungener Einstand, bei dem es uns auch gelungen war den Gegner für spätere Spiele auf unsere Seite zu ziehen und durch ihn lautstarke Unterstützung zu bekommen. Das zweite Spiel um 20:30 Uhr gestaltete sich um einiges schwerer. Die Bosnierinnen aus Dubica verwechselten teils die Sportarten und so artete das Spiel zeitweise zur Aneinanderkettung von Fouls aus. Die Schiedsrichter werteten diese Unsportlichkeiten leider als „internationale Härte“, sodass hier leider keine progressive Bestrafung stattfand. Aufgrund der wesentlich besseren Spielanlage, Schnelligkeit und Technik gewannen wir dennoch eindeutig 15:6 gegen ZRK Dubica. Danach konnten wir über Nacht die Blessuren behandeln um für den nächsten Tag bereit zu sein. Morgens früh am Samstag um 8:30 Uhr stand das Spiel gegen HSV Magdeburg auf dem Plan. Der Name Magdeburg im Handball löst Schrecken aus und die professionelle Art des Auftritts der Mädchenmannschaft hatte ebenfalls eine Wirkung auf die Spielerinnen des OTV. Aber dieser Samstag sollte uns den besten Handball zeigen, den unsere Mädchenmannschaft des Jahrgangs 2003 bisher gespielt hat. Hochmotiviert und mit einem herausragenden Siegeswillen ist es uns gelungen die Gegnerinnen überhaupt gar nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Ehe man sich umsehen konnte lag der OTV 5:0 in Front und zog bis zum Endstand von 11:4 davon. Somit musste das letzte Spiel der Vorrunde gegen Handbalschool Brabant die Entscheidung über den Gruppensieg bringen. Der Gegner stellt eine Verbandsauswahl dar, die besonders talentierte Vereinsspielerinnen zusätzlich professionell ausbildet, ähnlich dem Handballverband Niederrhein. Auch in diesem Spiel wurde der Gegner ab der ersten Sekunde ausgebremst. Über eine geschlossene Deckung im Verbund und schnelle sichere Tore, teils herausgespielt über sehr gute Kombinationen, gewannen wir die Überhand und gaben den Vorteil bis zum Schlusspfiff nicht mehr her. Der Endstand lautete 13:9. Die Freude über den Gruppensieg und die Spannung auf das Folgende war riesig.

 

Das Viertelfinale am Pfingstsonntag um 10 Uhr fand gegen die Kreisauswahl des HK Euregio Münsterland statt. Dieses Spiel sollte im Verlauf des Turniers unser schlechtestes werden. Technische Fehler, Fehlwürfe, mangelnde Laufbereitschaft waren der Grund warum wir uns sehr schwer taten. Die Halblinke im Zusammenspiel mit der Kreisläuferin machten uns das Leben in der Deckung schwer. Dennoch gelang es uns den Schalter auf Sieg zu stellen. Am Ende stand es 13:10 für uns und alle atmeten tief durch. Auch weil das Halbfinale gegen den „guten alten Rivalen“ aus Solingen gespielt werden musste: HSV Gräfrath. Zeit für die Revanche für die verlorene Kreismeisterschaft der vergangenen Saison. Dieses Spiel begann mit einem offenen Schlagabtausch, bei dem keiner klare Vorteile für sich herausspielen konnte. Mit der Zeit entwickelte sich jedoch wieder unsere Stärke des Vortags mit Durchsetzungsvermögen (Nervenstärke vom 7-Meterpunkt) und geschlossener Deckungsleistung, sodass wir letztlich sicher und verdient wieder 13:10 gewinnen konnten. Im anderen hochklassigen Halbfinale setzte sich unser Vorrundengegner Handbalschool Brabant gegen die Turnerschaft St. Tönis mit 1 Tor Vorsprung durch. Nun folgte der Höhepunkt des Turniers, das Finale!!!

 

Alle Finalspiele des Turniers fanden zentral und hintereinander von E- bis A-Jugend statt. Vor etwa 800-1000 Zuschauern liefen die Mannschaften angeführt von den Schiedsrichtern in die Halle ein. Alle Spielerinnen wurden namentlich aufgerufen und im Anschluss die Nationalhymnen abgespielt. Diese Atmosphäre kannten die Mädels bisher nur vom gemeinsamen Einlaufen mit dem Bundesligisten vom BHC 06. Diesmal standen SIE im Mittelpunkt und das brachte selbstverständlich viel Aufregung und Nervosität. Das Endspiel gestaltete sich von Anfang an sehr intensiv und spannend. Zur Halbzeit stand es 7:7. Nachdem anfangs vor allem die Holländer viel lautstarke Unterstützung von ihren anderen mitgereisten Mannschaften erhielten, bekamen wir angetrieben von den „neuen Freunden“ aus Norf, Trommlern aus Gummersbach und vielen mehr ebenfalls massive Unterstützung. Die zweite Halbzeit brachte keine Veränderung. Ein Jugendhandballspiel auf sehr hohem Niveau. Zum Ende des Spiels stand es 11:11 und somit musste die Verlängerung von 2 x 3 Minuten die Entscheidung bringen. Hier gelang der Mannschaft aus Brabant ein schnelles Tor, dass wir in den folgenden 5 Minuten nicht mehr ausgleichen konnten. Das bedeutete die extrem schmerzliche und enttäuschende Finalniederlage von 11:12. Jedoch konnten wir mit unserem Auftreten und den gezeigten Leistungen neue Freunde und Bewunderer gewinnen. Der grösste Schmerz der Niederlage war zum Abend hin bei der Siegerehrung aller 1.-3. Platzierten bereits vorbei, sodass der Stolz und die Freude überwogen. Zudem wurde unsere Torhüterin Leslie Aprath zur besten Torhüterin des Turniers gewählt.

 

 

Herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung an alle Beteiligten. Von dieser Erfahrung werden die Spielerinnen extrem profitieren und noch lange berichten.

 

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