Handball: 1.Damen, ein Wechselbad der Gefühle

1. Damen des Ohligser TV und die Saison 2015/2016! Die Saison startete im September gar nicht so schlecht für uns. Bis auf die zwei Spitzenmannschaften Wuppertal und Witzhelden hatten wir alle Spiele für uns entschieden und hatten uns Mitte November im oberen Mittelfeld der Tabelle positioniert – doch dann fing das Drama an. Ein Ausfall nach dem anderen: eine Schwangerschaft, zwei Spielerinnen haben sich Mitte der Saison aus gesundheitlichen Gründen verabschiedet, eine Spielerin hatte keine Lust mehr auf Handball. Dazu kam eine riesen Grippewelle und ich stand mit maximal vier Spielern in der Trainingshalle. Und das über Wochen! Da habe ich mich mehr wie eine Aerobic-Trainerin gefühlt als wie ein Handball-Coach. Zum Spiel hat sich dann immer eine halbfertige Mannschaft geschleppt und das Beste versucht. Aber ohne Training und mit schwindenden Kräften: eine kaum lösbare Aufgabe. Ein Spiel nach dem anderen ging verloren. Immer wieder haben wir aus tollen Spielen Motivation gezogen. Zum Beispiel haben wir in der Rückrunde mit nur drei Toren Unterschied gegen den Tabellenzweiten verloren! Doch gegen unsere direkten Konkurrenten fehlten die Kraft und das Quäntchen Glück. Und so kam es dazu, dass wir trotz eines Siegs am 24. April den Abstieg in die Bezirksliga verbuchen sollten. Aber das war nicht das Ende der Geschichte:

finale

Foto:Lars Breitzke

 

Als wenn das für eine Saison nicht genug war, fing der Nervenkrieg erst richtig an: „++EILT+++EILT++  ART Düsseldorf zieht seine Mannschaft zurück+++“ Mit dieser Nachricht hieß es plötzlich, wir bekämen eine zweite Chance, in der Relegationsrunde! Und der Trainer – Ich! – schon im Urlaub!

Aber na klar, ich komm‘ zurück und stehe am 30. April pünktlich um 19:30 Uhr mit meinen Mädels in Mönchengladbach. Unterdrückte Nervosität ist zu spüren, aber alle versuchen die Situation cool zu managen. Das geht leider völlig daneben, das erste Spiel in der Relegationsrunde geht mit drei Toren verloren. Was für eine erneute Enttäuschung! „Müssen wir einsehen, dass die Leistung für die Landesliga nicht mehr reicht? Aber wir können doch anders und wieso rufen wir das jetzt nicht ab?“ 1.000 Fragen und Gefühle begleiten uns durch die darauffolgende Woche.

Für freitags sage ich das Training ab. Die Mädels sollen ihre Kräfte schonen und ihre volle Konzentration und Energie sammeln. Für Samstag,  15 Uhr, in der OTV-Halle. Für die Entscheidung.

Und dann bin ich überwältigt! So viele Zuschauer! – Freunde, Vereinskollegen! – Wegbegleiter und sogar unsere Jugend! – Alle stehen in der Halle hinter uns und wollen uns nach besten Kräften unterstützen!

Auch die Mädels sind hochkonzentriert. Alle kennen ihre Aufgabe, und in den ersten 40 Minuten kämpfen und kämpfen wir, aber so richtig können wir uns nicht lösen. Der Kopf. Die Blockaden. Aber dann – mit unserer überragenden Birgit Knaak im Tor, löst sich plötzlich die Anspannung und die Mädels sind nicht mehr zu bremsen. Mit einer 10-zu-0-Serie jagen wir den Gegner vom Platz! Die Stimmung war und ist super und die Landesliga gesichert!

 

Aber – das Schönste für mich war der unvergleichliche Zusammenhalt zwischen den „Oldies“ und den „Youngsters“ im Team. Unter diesem Eindruck freue ich mich auf die neue Saison 2016/17!

 

DANKE AN ALLE FÜR DIE TOLLE UNTERSTÜTZUNG UND AN MEINE MÄDELS, DIE MIT MIR DURCH DICK UND DÜNN GEGANGEN SIND.

Lieben Gruß eure Micha

 

(Michaela Wischnewski, Trainerin 1. Damen)