Turnen: Einladungswettkampf als erfolgreicher Test für nächstes Jahr

Nach Absage der Liga-Wettkämpfe und mit der großen Sehnsucht, endlich wieder einen richtigen Wettkampf zu erleben, haben die OTV-Leistungsturnerinnen einen Einladungswettkampf organisiert und durchgeführt. Am Wahlsonntag waren auch Teams aus Rheydt, Aachen und Köln dabei. Endlich wieder Wettkampfluft in der OTV-Halle!

„Was haben wir das vermisst“ – dieser Satz kam nicht nur einmal an diesem Tag. Schon bei der Einlasskontrolle, als ab 11.00 Uhr alle Aktiven und die Zuschauer nach der 3 G Regel geprüft wurden, spürte man dieses Gefühl. Es zog sich durch den ganzen Wettkampf und beim Bild aller Mannschaften, die für die Siegerehrung am Mattenrand aufgestellt waren, wurde es überdeutlich.

Leistungsturnerinnen brauchen Wettkämpfe und ihre Fan-Clubs auf der Tribüne. Dazu haben sie sich diesen Sport ausgesucht. Der vereinsinterne Wettkampf Mitte August war der erste vorsichtige Schritt zurück ins Wettkampfgeschehen. Jetzt hatten die Turnerinnen eingeladen: Wettkämpfe der RTB-Liga wurden für das Jahr 2021 nochmals abgesagt. Es hatten sich Vereine der Ligen aus Köln, Aachen (Brander TV) und Rheydt bei Mönchengladbach (TV Rheydt Pongs) angemeldet.

Alle Mannschaften durften sich einen Team-Namen wählen und so gab es die Brander Gummibärenbande, die Drei Brander Musketiere, die Kölner Minions und die Kölner Zwerge, die Pongsi Dongsies und die Wilden Ohligser sowie die Ohligser Grazien, die dann an den Start gingen. Es wurde in drei Schwierigkeitsstufen im Kür Modus nach dem internationalen Code of Points geturnt. Die Kampfrichter mussten nach ebenfalls mehr als anderthalb Jahren Pause wieder Übungen wie einen Yurchenko-Ansatz am Sprung, den „Riesen“ am Stufenbarren, das freie Rad oder den Menicchelli auf dem zehn Zentimeter breiten Schwebebalken oder die Schraube am Boden bewerten.

Bevor ein solcher Turnwettkampf überhaupt starten kann, ist allerdings einiges an Vorarbeit zu leisten, und man ist auf Team Work angewiesen. Denn alle Meldungen müssen in Tabellen eingepflegt werden, daraus muss ein Zeitplan entwickelt werden, Kampfrichtereinsätze müssen koordiniert werden. Dazu werden eigene individuelle Urkunden entworfen, Pokale bestellt und, und, und…

Je nach Wettkampfbeginn wird einen Tag vor einem Wettkampf mit dem Eltern-Team dann die Halle aufgebaut. Die Geräte müssen den vorgegebenen Wettkampfnormen in Ausstattung und Höhen entsprechen. Allein der Aufbau der Bodenfläche und aller anderen Geräte kann bis zu vier Stunden dauern! An diesem Samstag geht ein „Danke“ an die Badminton-Abteilung, die ihren Spieltag sehr schnell abschloss und uns so ein früheres Aufbauen ermöglichte.

An diesem Wettkampf-Sonntag war die ganze Arbeit im Vorfeld dann vergessen. Das Gefühl: „Endlich wieder richtige Wettkampf-Luft schnuppern“ ließ diese Anstrengungen vergessen, brachte aber das bekannte Lampenfieber zum Vorschein, wie sich später zeigen sollte. Die angereisten und heimischen Zuschauer unterstützten ihre Teams, so wie wir es kennen. Verwöhnt wurden sie durch unser Cateringteam, von unserem besten Fan Club der Welt, das unter Corona-Vorgaben sein Bestes gab, viel Kaffee, viele Waffeln und Kuchen to go an die Besucher und auch die Wähler, die in der OTV Halle wählen gingen, zu verkaufen.

Die Leistungen unserer Mädels konnten sich sehen lassen. Auch wenn nicht alles so klappte wie im Training, blieben von den Pokalen einige in Solingen. Die Wilden Ohligser nahmen einen Mannschaftspokal in Gold in der Leistungsklasse 2 in Empfang und es gab auch noch Einzelpokale für Sina Hennig in Gold als beste Turnerin im Mehrkampf, für Jasmin Sahler in Silber als Zweite. Dazu überzeugte Leandra Hauck auch in diesem Wettkampf als Beste am Sprung. Antonia Wunschelmeier (Stufenbarren), Elisa Behrens (Schwebebalken) und Sina Hennig (Boden) machten das Quartett der Besten für Ohligs an den anderen Einzelgeräten komplett. Das Team Wilde Ohligser wurde komplettiert durch Hannah Esselborn, Anna Bungard (sie wurde Drittbeste am Schwebebalken) und Fiona Stanscheid.

Unsere Ohligser Grazien Anneke Schmitz, Hannah Busse, Viviana La Scala, Charlotte Wenders und Greta Rau zeigten in der Leistungsklasse 3, dass das Training Früchte trägt, auch wenn nicht alles so nach Plan wie beim vereinsinternen Wettkampf im August lief. Die Aufregung, gegen andere Teams anzutreten, war bei unseren Youngsters dieses Mal viel zu hoch. Dennoch wuchsen die Mädels über sich hinaus. Manchmal ist ein Sieg über die eigene Angst wichtiger als ein Pokal!

Zusammenfassend bleibt: Gänsehaut pur, tolles Team Work und gelungene Generalprobe für die Wettkämpfe im nächsten Jahr in eigener Halle. Denn es steht bereits fest:  am Wochenende 12. und 13. März 2022 haben wir die Zusage, dass die RTB Liga wieder in Solingen mit Wettkampf Nummer eins in die Saison geht. Save this Date!
Karen Grimm